Rum

Warum süßer Rum für Einsteiger oft die bessere Wahl ist

Nicht jeder Einstieg in die Rumwelt muss mit einem trockenen, komplexen oder hochprozentigen Rum beginnen – manchmal ist das Gegenteil sogar sinnvoller.

Wer sich zum ersten Mal intensiver mit Rum beschäftigt, stößt schnell auf die Meinung, dass nur möglichst trockener und unverfälschter Rum wirklich hochwertig sei. Für den Einstieg halte ich diesen Ansatz allerdings für wenig hilfreich. Gerade süßere Rums und Rum-based Spirits können einen wesentlich angenehmeren Zugang zu dieser vielseitigen Spirituosenwelt bieten.

Denn am Anfang geht es nicht darum, möglichst anspruchsvoll zu trinken. Es geht darum herauszufinden, welche Aromen einem überhaupt gefallen. Süße, Fruchtigkeit, Fassnoten oder Sherryaromen können dabei eine hervorragende Brücke zu später deutlich komplexeren Abfüllungen bilden.

Was ist eigentlich eine Rum-based Spirit?

Der Begriff „Rum-based Spirit“ beschreibt vereinfacht eine Spirituose, deren Grundlage Rum ist, die aber nicht unter der klassischen Bezeichnung Rum verkauft wird. Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben – etwa die Zusammensetzung, zusätzliche Zutaten oder ein Alkoholgehalt, der nicht den Vorgaben für die entsprechende Spirituosenkategorie entspricht.

Geschmacklich muss das überhaupt kein Nachteil sein. Im Gegenteil: Gerade solche Spirituosen sind häufig bewusst rund, süß und zugänglich gestaltet. Wer bisher hauptsächlich Liköre, Cocktails oder weichere Spirituosen getrunken hat, findet hier oftmals einen deutlich einfacheren Einstieg als bei einem sehr trockenen oder esterreichen Rum.

Mein Tipp für Einsteiger:

Fang nicht mit dem Rum an, von dem dir jemand erzählt, dass du ihn mögen „musst“. Fang mit dem an, den du tatsächlich gerne trinkst. Wenn dir ein süßer Rum besser schmeckt als eine trockene und deutlich komplexere Abfüllung, ist das kein schlechter Geschmack – sondern schlicht dein Geschmack.

Warum süßer Rum am Anfang sogar sinnvoll sein kann

Viele klassische Rums bringen Aromen mit, die am Anfang ungewohnt sein können. Holz, Gewürze, Ester, Alkohol, Tabak oder sehr trockene Fassnoten können spannend sein – sie können Einsteiger aber genauso schnell überfordern.

Etwas Süße kann diese Kanten abrunden und gleichzeitig dafür sorgen, dass einzelne Aromen leichter erkennbar werden. Vanille, Karamell, Rosine, reife Früchte oder Sherry sind häufig deutlich zugänglicher als ein sehr trockener und alkoholbetonter Einstieg.

Das bedeutet nicht, dass süßer automatisch besser ist. Es bedeutet lediglich, dass die beste Flasche für den Einstieg nicht zwingend die sein muss, die unter erfahrenen Rumtrinkern den größten Respekt genießt.

Teuer und bekannt bedeutet nicht automatisch besser

Gerade am Anfang greifen viele zu bekannten großen Marken. Das ist nachvollziehbar: Man kennt den Namen, die Flasche steht in vielen Geschäften und das Produkt vermittelt zunächst Sicherheit.

Aus meiner Sicht zahlt man bei einigen dieser Produkte allerdings einen erheblichen Teil des Preises für Marke und Bekanntheit. Für das gleiche Geld findet man häufig mindestens gleichwertige und teilweise deutlich interessantere Alternativen.

Besonders für Einsteiger würde ich deshalb nicht automatisch zur bekanntesten Flasche im Regal greifen. Interessanter ist die Frage: Welche Aromen suche ich und welches Produkt bietet mir dafür das beste Gesamtpaket?

Legendario Elixir de Cuba – der unkomplizierte Einstieg

Ein gutes Beispiel für einen sehr zugänglichen Einstieg ist für mich der Legendario Elixir de Cuba. Wer bereits Erfahrung mit trockenen Rums hat, wird ihn wahrscheinlich als ausgesprochen süß empfinden. Genau das kann für einen Einsteiger aber seine Stärke sein.

Geschmacklich stehen für mich vor allem Rosine und Karamell im Vordergrund. Dazu kommt ein insgesamt sehr weicher Charakter. Mit seinen 34 % Vol. wirkt er vergleichsweise mild und lässt sich ohne große Gewöhnungsphase pur trinken.

Wer bisher kaum Spirituosen pur getrunken hat und ausprobieren möchte, ob die grundsätzliche Aromatik dieser Richtung gefällt, bekommt hier einen unkomplizierten Startpunkt. Natürlich ist das noch weit von einem trockenen und komplexen Rum entfernt – aber genau das muss am Anfang auch überhaupt nicht das Ziel sein.

Legendario Elixir de Cuba

Sehr süß, weich und geprägt von Rosine und Karamell – für mich ein unkomplizierter Einstieg in den puren Genuss von Spirituosen auf Rum-Basis.

Ansehen*

*Affiliate-Link — beim Kauf über diesen Link erhältst du keinen Nachteil, ich erhalte ggf. eine kleine Provision.

Wagemut PX Cask – der nächste Schritt

Wer bereits weiß, dass ihm die grundsätzliche Richtung gefällt und etwas mehr Tiefe sucht, für den ist der Wagemut PX Cask für mich eine besonders interessante Option.

Seine große Stärke liegt in seiner Fülle. Dazu kommen sehr ausgeprägte Sherrynoten und ein runder, gleichzeitig aber angenehm langer Abgang. Er wirkt dadurch deutlich komplexer als ein klassischer süßer Einstieg, bleibt meiner Meinung nach aber erstaunlich zugänglich.

Für mich ist der Wagemut deshalb eine der besten Spirituosen, um den Sprung in Richtung komplexerer Rums zu wagen. Er bietet ein sehr gutes Verhältnis aus Umgänglichkeit und Fülle: voll genug, um nicht langweilig zu werden, aber gleichzeitig so rund, dass man relativ schnell einen Zugang zu ihm findet.

Wagemut PX Cask

Voll, rund und intensiv vom Sherry geprägt – für mich eine ideale Brücke zwischen zugänglichen Spirituosen und komplexeren Rums.

Ansehen*

*Affiliate-Link — beim Kauf über diesen Link erhältst du keinen Nachteil, ich erhalte ggf. eine kleine Provision.

Von süß zu komplex: Rum muss keine Prüfung sein

Wer Gefallen an süßeren Abfüllungen findet, kann sich später problemlos weiterentwickeln. Vielleicht wird irgendwann weniger Süße interessant. Danach kommen stärkere Fassnoten, andere Herkunftsländer oder charaktervollere Destillate hinzu. Und irgendwann schmeckt möglicherweise ein Rum, den man beim ersten Probieren noch viel zu intensiv gefunden hätte.

Genau darin liegt für mich ein großer Teil des Reizes: Der eigene Geschmack verändert sich. Man muss deshalb nicht dort anfangen, wo jemand anderes nach Jahren des Probierens angekommen ist.

Das Wichtigste:

Spirituosen sind kein Wettbewerb. Ob eine Flasche besonders trocken, selten, teuer oder unter Kennern angesehen ist, spielt am Ende nur eine Nebenrolle. Entscheidend ist, ob sie dir schmeckt. Hör dir Empfehlungen an – aber verlass dich beim Trinken vor allem auf deinen eigenen Geschmack.

Fazit

Ein süßer Rum oder eine Rum-based Spirit ist kein schlechter Einstieg in die Rumwelt – für viele Menschen ist es sogar der sinnvollere. Zugängliche Aromen und ein weicher Charakter machen es leichter herauszufinden, was einem überhaupt gefällt.

Der Legendario Elixir de Cuba bietet dabei einen sehr süßen und unkomplizierten Startpunkt. Der Wagemut PX Cask geht für mich bereits einen Schritt weiter und verbindet Zugänglichkeit mit deutlich mehr Fülle und Komplexität. Von dort aus kann die Reise in jede Richtung weitergehen.

Am Ende gibt es dabei nur eine wirklich wichtige Regel: Trink nicht das, was dir laut anderen schmecken sollte. Trink das, was dir tatsächlich schmeckt.

Nicht sicher, was zu dir passt?

Mach den 4-Fragen-Test